Historisches Ortslexikon von den Anfängen bis zum Jahre 2004

 

ab 500 v.Chr.

Vordringen der Kelten in der Ohmgegend

ab 450 v.Chr.

Die Kelten beherrschen von der "Amanaburg" (Ohmburg; heutige Amöneburg) aus das Umland.

ab 300 v.Chr.

Landnahme der Chatten (Germanen)

ca. 500 n.Chr.

Einbeziehung in das Frankenreich

um 700

Der Flurnamen "In der Teisebach" 1,2 km südlich von Betziesdorf und die dort gefundene karolingerzeitliche Keramik (um 700 einsetzend) deuten auf eine wüste Siedlung hin.

721

Beginn der Hessenmission durch den angelsächsischen Missionar Bonifatius. Die Amöneburg wird administrativer Sitz der Ohm-Lahn-Grafschaft und Ausgangspunkt für die Missionierung des gesamten nordhessischen Raumes und Thüringens.

911/918

Konrad der Jüngere aus dem seit dem 9. Jahrhundert in Hessen führenden Grafenhaus der Konradiner wird in Forchheim zum deutschen König Konrad I gewählt.

1008

Das Grafengeschlecht der Gisonen wird erstmals im Oberlahngau erwähnt.

1065

Die Grafen Werner treten in Homberg, Niederhessen und an der mittleren Lahn auf.

1073

Der Chronist Lampert von Hersfeld erwähnt den gewaltsamen Tod des "Giso von Hollenden".

1099

Ein Graf Giso ist als Vogt des Klosters Hersfeld bezeugt.

1109

Ein "Vizegraf Giso" wird als Vogt über das Kloster Hasungen genannt.

1115/18

Die Grafen Giso und Werner in Ober- und Niederhessen übertragen etwa im Zeitraum zwischen 1115 und 1118 alle ihre Reichsgüter dem Erzbistum Mainz als Lehen.

1121/22

Die Klöster Hasungen und Breitenau fallen nach dem Tod des Grafen Werner IV. von Grüningen an die Gisonen.

1122

Ludwig I. von Thüringen erwirbt durch seine Heirat mit Hedwig von Gudensberg bzw. Hollende ansehnliche Güter in Hessen.

1123

In einer Schenkungsurkunde des Volkmar von Itra (Itter) an das Kloster Hasungen wird das Dorf "Betzchendorf" genannt. [Mainzer Urkundenbuch I Nr. 514]

1216

Es wird vermutet, dass in Betziesdorf bereits eine Kirche existierte, die als Wallfahrtskirche genutzt wurde.

1226

Ritter Erwin von Garbesheim wird als Burgmann auf Kalsmunt erwähnt.

1240

Erwin von Garbesheim, Sohn des 1226 erwähnten Ritter Erwin, wird ebenfalls als Burgmann auf Kalsmunt genannt.

1244

Ein Vetter des Erwin von Garbesheim wird als Burgmann auf Kalsmunt und Reichsvogt zu Wetzlar erwähnt. Andreas von Marburg erhält den Wetzlarer Stiftshof Cölbe zu Lehen.

1247

Die thüringischen Landgrafen sterben im Mannesstamm aus. Um ihr Erbe entbrennt zwischen Heinrich dem Erlauchten von Meißen und Sophie von Brabant der thüringische Erbfolgekrieg.

um 1249

Vermutliche Zerstörung des zum Vogteibezirk des Reichsstifts Wetzlar gehörenden Steinhauses “Erbeshain“ im Ohmbiegen während der Kämpfe im thüringischen Erbfolgekrieg. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um eine ehemalige Wasserburg am Ohmübergang des frühen Lahnberg-Höhenwegs in Richtung Burgwald. Gegenüber der Hainmühle auf dem linken Ohmufer an der Grenze der Gemarkung Betziesdorf und Bürgeln sind die heute nur noch schwach ausgebildeten Reste (Erdhügel) dieser kleinen Burganlage erkennbar, auf deren, wohl mit einer Ringmauer umgebenen, Burghügel ein turmähnliches Steinhaus gestanden hat.

1254

Das Kloster Haina erwirbt von den von Herbelhausen und den Vögten von Bottendorf deren Güterbesitz in Betzchindorph. Die Nennung des Ortes in der Schenkungsurkunde an das Kloster Haina vom 12. Dezember 1254 gilt wissenschaftl. als urkundliche Erst-erwähnung für Betziesdorf. [E.G.Franz Klosterarchive 5, Kloster Haina, Regesten und Urkunden Bd.I  Nr. 236]

1259

Betziesdorf wird als Siedlung "villa Becingendorf" genannt. [E.G.Franz Klosterarchive 5, Nr. 308]

1264

Betziesdorf wird als Bezcekendorph genannt.

1265

Der thüringische Erbfolgekrieg endet mit der Teilung des Landes. Aus dem Teil, den Sophie von Brabant für ihren Sohn Heinrich I., das Kind erhält, wird die Grafschaft Hessen.

1273

Betziesdorf wird als Bezzichindorf erwähnt, als das Wetzlarer Stift seine Stiftsgüter in Cölbe und Bürgeln mit den heute noch bestehenden Dörfern Schönstadt, Schwarzenborn, Bracht, Ginseldorf und Betziesdorf sowie den Wüstungen Brunshofen, Dampertshausen, Rodenrode, Rondshausen und Waldmühle an Konrad von Marburg verpachtet. Die Güter "…bei der Ruine Erbeshain" werden an "…die Brüder vom Deutschen Haus…" in Marburg verkauft. Der Sitz der Schultheiße für das Gericht Bürgeln, wozu auch Betziesdorf gehört, befindet sich in Bürgeln. Als Schultheiß und Gerichtsschöffe derer von Fleckenbühl wird 1273 ein Konrad Villicus genannt.

1280

Friedrich von Kalsmunt genehmigt am 26. März 1280 den Verkauf aller Güter nahe dem Trümmerhaufen des Steinhauses bei Ginselnau […juxta lapidem, qui vocatur testa Guncilnnowe…], des dortigen Fischwassers sowie des Holzes und den Hang des Ybersberges durch seine Lehensleute Gumpert und Wiegand von Betziesdorf an den Deutschen Orden in Marburg. Am 07. April 1280 verkaufen die Gräfin Hedwig von Ziegenhain und ihr Sohn Graf Gottfried "…den ganzen Ohmlauf um den Ybersberg […] nahe der Steinmasse" […juxta materiam lapidum que vocatur Testa sive Scala…] ebenfalls an den Deutschen Orden. [Wyss UB Deut.Orden1, 1 Nr.378 f.]

1283

Das Stift Wetzlar verpachtet an Konrad von Marburg 3 Hufen und Einkünfte in Betziesdorf. Eine weitere Hufe des Stifts haben sich die von Gershausen (Girkhausen, Krs. Wittgenstein) unrechtmäßig angeeignet. Am 04. April 1283 stimmt Friedrich von Kalsmunt dem Verkauf von zwei Äckern "…in dem neben der Ohm gelegenen Steinernen Haus" […lapidea domus, que dicitur Scala…] und von einem Acker außerhalb, von denen Wiegand von Betziesdorf 1/3 zu Lehen hat sowie dem Verkauf von "…vier Äckern Holz im Ebersberg mit dem Wasser und allem Zubehör…", welches ebenfalls zum Lehen des Wiegand von Betziesdorf gehört, zu.

1292

Konrad von Girkhausen (von Gershausen) verkauft seinen Güterbesitz in Betziesdorf, Mölln und Weiderichshausen (Wüstung nordwestlich von Schönstadt) an den Deutschen Orden in Marburg.

1298-1307

Ritter Gumbert von Garbesheim wird als Burgmann auf Kalsmunt genannt.

1308

Nach dem Tod Heinrichs I. wird die Grafschaft Hessen unter seinen Söhnen geteilt. Johann erhält Oberhessen mit Marburg (und Betziesdorf) und Otto erhält Niederhessen mit Kassel.

1310

Das Kloster Haina erwirbt von einem Amöneburger Bürger Güter im "…iurisdictio Betzekendorph…" (Gerichtsbezirk Betziesdorf) [E.G. Franz Klosterarchive 6 Nr. 149].

1311

Ober- und Niederhessen werden nach dem Tod Johann's wieder zu ganz Hessen vereinigt.

1322

Wiegand von Garbesheim wird als Burgmann zu Kalsmunt erwähnt.

1327

Otto I. erwirbt Gießen. Sein Sohn Heinrich der Eiserne übernimmt als Landgraf Heinrich II. die Regierung in Hessen (1327 - 1377) und vergrößert sein Gebiet um Treffurt und einen Teil von Itter und Schmalkalden.

1334

Das Stift Wetzlar verkauft gegen einen Jahreszins seine beiden Vogtei- und Stiftshöfe Cölbe und Bürgeln, und damit auch Betziesdorf, als Teil der Villikation Bürgeln-Cölbe an den Landgrafen. Der Mainzer Erzbischof ernennt die ehemaligen Lehensträger von Bürgeln, die Herren von Fleckenbühl, zu Mainzer Erbamtsleuten und stellt ihnen die Ernennung von 3-4 Burgmannen und die Gründung einer Stadt bei Fleckenbühl in Aussicht.

1339

Die Herren von Hohenfels (mit dem Leitnamen "Gumbert") besitzen als nassauisches Lehen Anteile am Zehnten in Betziesdorf. Hohenfelsischer Besitz ist auch in Bernsdorf, Fleckenbühl und Cölbe nachzuweisen.

1344

Heinrich Siede von Schönstadt, ein Angehöriger der Milchlinge von Schönstadt, überträgt dem Landgrafen seinen dortigen Besitz als Lehen und verschafft somit dem Landgrafen Eingang in die Vogtei Schönstadt, obwohl diese zum Stift Wetter und damit zu Mainz gehört.

1358

Die Herren von Fleckenbühl, werden durch den Landgrafen von Hessen erneut mit der Vogtei Bürgeln belehnt. Der Deutsche Orden in Marburg besitzt in Betziesdorf 2 Höfe mit ca. 140 Morgen Ackerland und 5 Morgen Wiesen.

1366

Der Pfarrer (Plebanus) Heinrich in Betziesdorf untersteht gleichzeitig dem Grafen von Ziegenhain [Reimer, Ortslexikon S. 43]. Ein Dietze Smed aus Bürgeln verkauft Korn und einen Hahn aus seinem Anteil zu Bürgeln und Betziesdorf an einen Eckhard Ryenken.

1369

Gumpert und Wiegand von Betziesdorf werden letztmalig (als Ortsadel ?) genannt.

1375

Die 1358 erwähnten 2 Höfe mit ca. 140 Morgen Ackerland und 5 Morgen Wiesen in Betziesdorf werden als Besitz der Komturei des Deutschen Ordens in Marburg erneut bestätigt.

1376

Die Herren von Fleckenbühl übertragen ihre Burg Bürgeln den Landgrafen.

1377

Hermann I., ein Neffe Heinrichs II., wird hessischer Landgraf (1377 – 1413).

1395

Bei der Teilung des Gerichts Schönstadt zwischen Landgraf Hermann I. und Johann von Fleckenbühl am 18.April 1395 wird Betziesdorf in eine "adelige" und in eine "landgräfliche" Seite aufgeteilt.

1413

Ludwig I, der Sohn Hermanns I. wird Landgraf (1413 - 1458).

1437

Der sonst nicht weiter bekannte Gerichtsbezirk Betziesdorf (siehe 1310) wird letztmalig erwähnt. [Eckhardt, Klosterarchive 4, Nr. 258].

1450

Landgraf Ludwig I. erwirbt die Grafschaft Ziegenhain und Nidda, wodurch Oberhessen (Marburg) mit Niederhessen (Kassel) verbunden wird.

1458

Nach dem Tod Ludwigs I. wird Hessen unter seinen Söhnen in die Kasseler (Ludwig II., 1458 - 1471) und Marburger (Heinrich III., 1458 - 1483) Linie aufgeteilt. Betziesdorf gehört zur Marburger Linie.

1466

Die Milchlinge in Schönstadt haben die Erlaubnis des Kurfürsten Adolf zu Mainz, zur Sicherung ihrer Witwen die Zehntgerechtsame auch von Betziesdorf erheben zu dürfen.

1471

Wilhelm I. (der Ältere) übernimmt nach dem Tod Ludwigs II. die Regierungsgeschäfte in Kassel.

1483

Wilhelm III. (der Jüngere) übernimmt nach dem Tod Heinrichs III. die Regierung in Marburg.

1485

Beim so genannten "Landscheid zwischen den Landgrafen und dem Mainzer Erzbischof" wird am 4. August 1485 die Grenze zwischen der hessischen Vogtei Bürgeln und dem Mainzer Ginseldorf  festgelegt.

1489

Betziesdorf wird als Betzgensdorf erwähnt.

1493

Wilhelm II. (der Mittlere) übernimmt, nachdem  Wilhelm I (der Ältere) abgedankt hatte, die Regierung in Kassel.

1495

Für Betziesdorf werden 8 Einwohner mit Pflügen und 4 Einleuftige im landgräflichen Pflügeregister als zinspflichtig genannt.

15. Jh.

Die Pfarrgemeinde Betziesdorf gehört zum Sendbezirk Schönstadt – Dekanat Kesterburg (Christenberg).

1500

Betziesdorf wird als Bettzendorff genannt. Wilhelm III., (der Jüngere) stirbt in Marburg. Die Besitzungen der Marburger Linie fallen an die Kasseler zurück wodurch Wilhelm II. (der Mittlere) wieder alle hessischen Besitzungen vereinigt.

1509

Nach dem Tod Wilhelms II. wird sein fünfjähriger Sohn Philipp Landgraf. Für ihn regiert zunächst seine Mutter Anna von Mecklenburg als Landgräfin Anna (1509 - 1518).

1516

Die der heiligen Maria geweihte Kirche in Betziesdorf, wahrscheinlich an Stelle der vermutlich schon 1216 in Betziesdorf existierenden Kirche erbaut, wird als "…vorzügliche Wallfahrtskirche…" erwähnt.

1518

Die Zehntgerechtsame von Betziesdorf geht an Johann von Hatzfeld, der die Tochter des Groppe von Fleckenbühl – genannt Birgel oder Bürgel – geheiratet hat und sich nun Johann von Hatzfeld zu Fleckenbühl nennt. In Hessen übernimmt Landgraf Philipp I., der Großmütige die Regierungsgeschäfte (1509 – 1567).

1519

Eine Hälfte des Fleckenbühlschen Besitzes in Betziesdorf fällt endgültig an Johann von Hatzfeld.

1526

Philipp I. führt in Hessen die Reformation ein und gründet 1527 die Universität Marburg.

1527

Betziesdorf wird als Betzgesdorff genannt.

1530

Auftreten reicher Bauern in Betziesdorf.

ca.1550

Hermann Anders wird als erster evangelischer Pfarrer genannt.

1555

Erste Erwähnung einer Mühle an der Ohm bei Betziesdorf im Zusammenhang mit der Ordensmühle (Töngelmühle) von Anzefahr, die ihr seinerzeit das Wasser abgegraben haben soll.

1562

Bis auf den Deutschherrenhof und einen Hof derer von Hohenfels, der als nassau-dillenburgisches Lehen an die Herren von Hohenfels zehnt, gehört der Betziesdorfer Zehnte den Milchling von Schönstadt.

1567

Hessen wird unter den Söhnen Landgraf Philipps I. aufgeteilt. Es entstehen die vier Landgrafschaften Hessen-Kassel (Wilhelm), Hessen-Darmstadt (Georg), Hessen-Marburg (Ludwig) und Hessen-Rheinfels (Philipp). Betziesdorf gehört zu Hessen-Marburg unter Landgraf Ludwig.

1571

Der Ort wird erstmals mit der heutigen Schreibweise Betziesdorf bezeichnet. Dabei werden auf der adeligen Seite (Besitzt der Junker von Schönstadt) 18 Eigenleute und auf der landgräflichen Seite (Besitz der Hessischen Landgrafen) 17 Eigenleute erwähnt.

1574

Henchen Schnabel und Heinrich Daube aus Betziesdorf haben sich bei der Witwe des Johan Milchling d.J. Geld zu 5% geliehen. Ein Lotzen Schäfer leiht sich von Konrad Milchling gegen 5 Gulden Unterpfand einen Acker auf der "Betzendorfer Höhe".

1577

Betziesdorf wird als Betzdorf genannt. Auf der landgräflichen Seite werden 19 und auf der adeligen Seite 25 Hausgesessene (Haushalte) erwähnt. Das Patronat über die Pfarrei besitzt Landgraf Ludwig von Hessen-Marburg.

1581

In Betziesdorf werden 41 Hausgesessene (Haushalte) gezählt.

1582

Erwähnung der Mühle an der Ohm als “Heym-Mühle" in der Nähe des "Töngelberges“.

1585

In Betziesdorf werden wieder 41 Hausgesessene gezählt.

1587

Betziesdorf wird als Betzigsdorf genannt.

1592

In Betziesdorf stehen wahrscheinlich infolge der Pest drei von 42 Häusern leer. Es werden 18 Ackerleute und 20 Einleuftige gezählt. Die Gemeinde Schwarzenborn wird nach Betziesdorf eingepfarrt. Moritz I. (der Gelehrte) wird Landgraf in Hessen – Kassel (1592 - 1627).

1596

Die Hainmühle wird als “Dingels-Mühle“ erwähnt.

1601

Hermann Andres aus Betziesdorf kauft den Milchlingen aus Schönstadt die Zehntgerechtsame für 16 Malter Korn und 9 Malter Hafer für ein Jahr ab.

1604

In Betziesdorf werden 42 Hausgesessene gezählt. Nach dem Tod des Hessischen Landgrafen Ludwig von Hessen – Marburg fallen dessen Besitzungen in Oberhessen an den Hessischen Landgrafen  Moritz I. von Hessen – Kassel. Betziesdorf gehört wieder zu Hessen – Kassel.

1605

Hans Daube aus Betziesdorf kauft den Milchlingen aus Schönstadt die Zehntgerechtsame für ein Jahr ab. Landgraf  Moritz I. tritt zur reformierten Lehre über.

1609

Betziesdorf wechselt zum Reformierten Bekenntnis.

1618

Mit dem Prager Fenstersturz beginnt der 30jährige Krieg (1618-1648).

1623

Am 11. November leihen sich der Bürgermeister und die Vorsteher der Gemeinde Betziesdorf bei den Milchlingen 90 Reichstaler zur Bezahlung des Kaiserlichen Kriegs-volkes. Sie wollen sie mit 4 1/2 Mött Gerste zurückbezahlen. Den von seinem Onkel Ludwig geerbten Teil von Oberhessen muß Landgraf  Moritz I. von Hessen – Kassel an Darmstadt abtreten. Betziesdorf wird dadurch "Darmstädtisch".

1624

Nach den Kirchenbuchaufzeichnungen fallen in Betziesdorf 22 Einwohner der Pest zum Opfer. Betziesdorf gehört zur Reformierten Kirche.

1625

Am 19. Oktober 1625 wird das Dorf während des 30jährigen Krieges durch die kaiserlichen Truppen angezündet. Dabei gehen 65 Gebäude in Flammen auf und brennen bis auf die Grundmauern nieder. Die Bevölkerung sucht in der "Schwedenschanze" im Nebelsberg Zuflucht und versteckt sich dort mit ihrem Vieh vor den plündernden Truppen.

1627

Wilhelm V. (der Beständige) übernimmt von seinem Vater Moritz I. die Regierung in Hessen – Kassel (1627 – 1637).

1629

Die Junker aus Schönstadt besitzen in Betziesdorf 11 Häuser. Für den Landgrafen werden 10 Dienstleute und 2 Einleuftige genannt. Der 1518 an die von Hatzfeld gefallene Teil des Gerichts Schönstadt, die "adelige Seite" Betziesdorfs, geht an Philipp von Scholley über.

1630

Betziesdorf wird als Betzienndorff erwähnt. Für das Dorf werden im Pflügeregister der Hessischen Landgrafen als zinspflichtige Einwohner 4 einspännige, 2 zweispännige, 1 dreispänniger und 2 vierspännige Ackerleute sowie 2 Einläuftige genannt. Auf der landgräflichen Seite werden insgesamt 12 Haushalte gezählt. Für die adelige Seite werden 10 Hausgesessene erwähnt.

1631

Landgraf Wilhelm V. schließt sich im August 1631 König Gustav Adolf von Schweden, dem "Löwen aus Mitternacht", an.

1637

Nach dem Tod Wilhelms V. übernimmt seine Witwe für ihren unmündigen Sohn Wilhelm die Regierungsgeschäfte und regiert als Landgräfin Amalie Elisabeth (1637 – 1650).

1640

In den Kriegsschadenverzeichnissen werden die Schäden, die während des 30jährigen Krieges von durchziehenden Truppen durch Plünderung und Zerstörung verursacht wurden, für Betziesdorf mit 531 Thalern beziffert. Davon entfallen allein 150 Thaler auf das abgebrannte Pfarrhaus und die unmündigen Kinder des Pfarrer Wilhelm.

1642

Betziesdorf wird von Kriegstruppen nochmals heimgesucht und stark verwüstet. Danach ist die Bevölkerung so verarmt, daß sie den Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern zufolge "...dem Pfarrer nichts mehr abgeben konnte…".

1649

Landgräfin Amalie Elisabeth erhält durch einen Erbvergleich mit Hessen-Darmstadt einen Teil von Oberhessen mit Marburg zurück. Betziesdorf ist wieder bei Hessen – Kassel.

1650

Landgraf Wilhelm VI. (1637 – 1663, bis 1650 durch seine Mutter als Vormund vertreten) übernimmt die Regierungsgeschäfte.

1663

Nach dem Tod Wilhelms VI. übernimmt seine Frau Hedwig Sophie von Brandenburg für ihren Sohn Wilhelm VII. (1663 – 1670) die Vormundschaft als Landgräfin. Als Wilhelm VII. 1670 noch unmündig stirbt, führt sie die Regierungsgeschäfte zunächst auch für Wilhelms jüngeren Bruder Karl weiter (1670 – 1675).

1664

Der Betziesdorfer Pfarrer Johann Ägidius Ruppersberg und der Schönstädter Pfarrer Johann Bernhard Schott tauschen am 3. Oktober 1664 die Pfarrstellen. Pfarrer Ruppersberg ”...behielt Bürgeln bei...”und nimmt die Filialstelle Bürgeln mit. Offiziell heißt es, daß die bis dahin zu Betziesdorf gehörende Filialstelle Bürgeln auf Bitte von 33 Bürgelner Gemeindegliedern zum Kirchspiel Schönstadt kommt.

1670

Katharina Lipps, die Frau des Betziesdorfer Schulmeisters Dietrich Lipps, wird der Hexerei bezichtigt. Damit beginnen die "Betziesdorfer Hexenprozesse", durch die der Ort in Oberhessen eine traurige Berühmtheit erlangt.

1673

Enichen (Ännchen) Schnabel, die 17-jährige Enkelin der Katharina Lipps, wird ebenfalls als Hexe und Zauberin angeklagt.

1674

Ännchen Schnabel wird am 18. Mai 1674 durch das Schwert in Marburg hingerichtet.

1675

Landgraf Karl I. (1670 – 1730) übernimmt selbstständig die Regierung.

1681

Die adelige Seite zählt 20 hausgesessene Mannschaften.

1682

Im letzten Betziesdorfer Hexenprozess wird Anna Katharina Wolff, die Ehefrau des Schulmeisters und Opfermannes aus Betziesdorf wegen Zauberei angeklagt.

1685

Am 16.Mai 1685 wird Anna Katharina Wolff des Landes verwiesen.

1690-1732

Der Betziesdorfer Pfarrer versieht auch das Vikariat der Kirche in Bracht.

1696

Betziesdorf gehört als Teil des Gerichts Schönstadt zum Amt Marburg.

1697

Es werden nur 18 Hausgesessene genannt (wahrscheinlich nur eine Seite).

1705

Die Reste der mitteralterlichen Burg “Erbeshain“ am südlichen Ufer der Ohm werden als “Hamburg" bezeichnet.

1710

Die "Hamburg" wird als "Huhn- bzw. Honneburg" erwähnt.

1720

In der ältesten Gemarkungskarte von Betziesdorf erscheint u.a. der  Flurname "Homeburg" als Standort der ehemaligen Burganlage [StAM].

1730

Erwähnung von zwei hintereinander stehenden ”Huhnmühlen” an der Ohm mit je zwei unterschlächtigen Mühlrädern. Friedrich I wird nach dem Tod Karls I. Landgraf in Hessen-Kassel (1730 - 1751). Da er auch gleichzeitig König von Schweden ist, setzt er seinen Bruder Wilhelm als Statthalter ein.

1740

Betziesdorfer Bauern leihen sich bei den Milchlingen Saatgut, das sie jedoch schuldig bleiben(?).

1745/46

Das heutige Anwesen "An der Kirchhofsmauer 8" in unmittelbarer Nähe der Kirche wird erstmals als Schule in Betziesdorf genannt. Das Dorf hat insgesamt 222 Einwohner. Davon werden als gewerbetreibende 6 Schmiede (5 nur Eigenbedarf), 3 Leineweber, 2 Müller, 2 Wirte, 1 Viehhändler (Jude), 1 Wagner, 1 Schneider, 1 Maurer, 1 Näherin und 1 Tage-löhner genannt.

1746

In Betziesdorf werden 235 Einwohner in 39 Häusern gezählt.

1747

In Betziesdorf gibt es eine Familie jüdischen Glaubens (Beruf Metzger).

1748-1796

Das Vikariat der Kirche in Bracht wird wieder von Betziesdorf aus versehen. In Folge hoher Kreditbelastungen auf Grund der Ablösegesetze wechseln Mitte des 18. JH in den mittleren landwirtschaftlichen Betrieben häufig die Besitzer.

1751

Der Bruder des Landgrafen Friedrich I., der von diesem in Hessen-Kassel als Statthalter eingesetzt war, wird nach Friedrichs Tod Landgraf Wilhelm VIII. (1751 – 1760).

1755

Endgültige Einigung über die Landesgrenzen und damit Beendigung des dauernden Streites zwischen Hessen und Mainz.

1756

Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) verbündet sich Landgraf Wilhelm VIII. mit England und kämpft auf der Seite Preußens u.a. gegen Frankreich.

1757

Die Metzgerzunft in Marburg will dem Juden Moses Kratz aus Betziesdorf das Schlachten verbieten. Die Greben- und Baurmeister aus Betziesdorf stellen einen Antrag, ihrem Juden das schlachten nicht zu verbieten.

1760

Nach dem Tod Wilhelms VIII wird Friedrich II. Landgraf (1760 – 1785).

1761

Während des Siebenjährigen Krieges überschreiten Alliierte Truppen nahe der Hainmühle und Bürgeln die Ohm und rücken über Ginseldorf weiter nach Süden vor.

1762

Am 21. September 1762 liefern sich die preußischen Verbündeten mit den französischen Truppen ein 14-stündiges Gefecht an der Brücker Mühle bei Amöneburg, bei dem mehr als 1.000 Soldaten den Tod finden.

1775/76

Mindestens 8 Betziesdorfer Bürger werden von Landgraf Friedrich II. als Soldaten an England "ausgeliehen" und müssen gegen die aufständischen englischen Kolonien in Nordamerika kämpfen.

1785

Jakob Ursprung aus Betziesdorf kauft "…den adlig Milchling von Schönstädtischen Zehnten zu Betziesdorf…" für 50 Mött Weizen, 45 Mött Gerste, 32 Mött Hafer und 7 Mött Erbsen, die er nebst 3 Gulden Maltergeld zwischen Michaelis und den Martinitagen liefern soll. In Hessen-Kassel wird Friedrichs ältester Sohn Landgraf Wilhelm IX. (1785 – 1806).

1789

Bau der heutigen evangelischen Pfarrkirche in Betziesdorf. Aus dem Kirchenkasten Betziesdorf werden Anfang des 19. JH für 36 Reichstaler (und aus dem von Schwarzenborn für 20 RT) Hypotheken-Handscheine zu 5% gegen eine Erbwiese und 2 Äcker an Konrad Weber verliehen.

1803

Die Landgrafschaft Hessen-Kassel wird zum "Kurfürstenthum Hessen-Cassel" erhoben und Landgraf Wilhelm IX. nimmt am 15. Mai 1803 den Titel Kurfürst Wilhelm I. an (1806 – 1821).

1806

Das Kurfürstentum Hessen wird von den Franzosen besetzt und Kurfürst Wilhelm I. flieht nach Prag.

1807

Hessen-Kassel wird Teil des neugeschaffenen "Königreichs Westfalen" mit der Hauptstadt Kassel. König ist Napoleons jüngster Bruder Jérôme. Das Königreich wird in die acht Departements Elbe, Saale, Harz, Oker, Leine, Werra, Fulda und Weser eingeteilt. Jedes Departement ist wiederum in Distrikte (Verwaltungsbezirke, etwa vergleichbar unseren heutigen Regierungsbezirken) und diese wiederum in Cantone (vergleichbar unseren heutigen Landkreisen) untergliedert. Die kleinste Einheit ist die Commune, also die Gemeinde. Die "Commune" Betziesdorf gehört zum "Canton Rosenthal" im "Distrikt Marburg" des "Departement der Werra" mit dem Sitz des Präfekten in der Hauptstadt Marburg.

1813/14

Betziesdorfer Bürger nehmen an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig hört das Königreich Westfalen auf zu bestehen und Kurfürst Wilhelm I. kehrt nach Kassel zurück. Betziesdorf ist wieder "Kurhessisch".

1816

Wiegand Veit aus Betziesdorf leiht der Gemeinde Bürgeln 100 Gulden.

1818

In Betziesdorf werden 1 halber Hof und 6 Viertelhöfe als ehemaliger Besitz des Deutschen Ordens genannt.

1821

Unter Kurfürst Wilhelm II. (1821 - 1866) erfolgt für Kurhessen eine Neuordnung der Verwaltungsgliederung. Aus den früheren Ämtern Amöneburg, Kirchhain, Neustadt und Rauschenberg entsteht der Landkreis Kirchhain mit Kirchhain als Kreisstadt. Die Landkreise Marburg und Kirchhain bilden zusammen die Provinz Oberhessen im Kurfürstentum Hessen-Kassel. Betziesdorf gehört zum Landkreis Marburg.

Der Betziesdorfer Teerbrenner Kaspar Köhler schuldet dem Handelsmann Johumenn Lilienstein 48 Taler die er brauchte, um dem Feldwebel Stephan Eucker in Hanau die von diesem geborgten 160 Taler zurückzahlen zu können. Da Kaspar Köhler die von Johumenn Lilienstein geliehenen 48 Taler nicht zurückzahlen kann läßt dieser durch das Landgericht Marburg, das ab 1821 für die Gerichtsbarkeit in Betziesdorf zuständig ist, Haus und Garten des Kaspar Köhler aus Betziesdorf pfänden.

1824

Seibert Theiß aus Betziesdorf gibt der Gemeinde Bürgeln für den Schulbau ein Darlehn von 835 Thalern.

1829

Die Gemeinde Bürgeln hat mittlerweile 900 Thaler Schulden beim Bauern Wiegand Veit aus Betziesdorf.

1830

Ausbau der Kirchhainer Strasse, der späteren B 62.

1831

Kurfürst Wilhelm II verabschiedet im Januar die Kurhessische Verfassung.

1832

Am 23. Juni tritt das Ablösegesetz über Zehnt- und andere Ablösungen in Kraft.

1838

Betziesdorf hat 379 Einwohner. Davon sind 28 Ackerbauern, 18 Gewerbetreibende, 18 Tagelöhner, 36 nutzungsberechtigte Ortsbürger, 16 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger und 12 Beisitzer. Die Gemarkung umfasst insgesamt 2.380 Kasseler Acker, von denen 1.672 stellbares Land, 313 Wiesen, 311 Wald, 54 Gärten und 30 Triesche sind. Außerdem gibt es in Betziesdorf zwei Schafpferche. Die Schäfereien sind Genossenschaften wobei der Landwirt mit den meisten Schafen gleichzeitig auch immer Schafmeister ist. Den "Lämmer-zehnten" besitzen die Milchlinge in Schönstadt.

1841

Der Empfänger der "Zehntablösungen" von Schwarzenborn war u. a. hauptsächlich die Kirche in Betziesdorf. Die mittelalterliche Burg an der Ohm wird seit 1841 als “Hunburg“ bezeichnet.

1845

Einweihung der heutigen Schule in Betziesdorf.

1846

Wiegand Pitz von der Hainmühle kauft von der Gemeinde Bürgeln für 281 Thaler 2 Acker Wüstung "Vorm Bruch" vor dem Dingelberg. In den Folgejahren führt die Gemeinde Bürgeln einen Prozeß gegen Pitz wegen dieses Kaufes.

1848

Am 4. August 1848 ist Johannes Kornemann aus Bürgeln bei einem Mädchen in Betziesdorf, wo er "….heimlich und infolge von starkem Branntweingenuß erschlagen ….." wurde. Bei der Vermessung der Strecke der Kurhessischen Main-Weser-Bahn werden die Bauern entsprechend entschädigt.

1850

Eröffnung der Teilstrecke Marburg - Kassel der Main-Weser-Bahn. Betziedorf untersteht ab 1850 dem Justizamt Marburg.

1858

Betziesdorf hat 442 Einwohner in 93 Familien.

1860

Bürgeln wird wieder nach Betziesdorf eingepfarrt.

1861

Betziesdorf zählt 438 evangelisch-lutherische, 1 römisch-katholischen und 4 jüdische, insgesamt also 443 Einwohner.

1864

Durch ein Hochwasser der Ohm wird das nordöstliche Ende des Hügels der "Hunburg" weggespült und menschliche Gebeine und verrostetes Eisen freigelegt.

1866

Das Kurfürstentum Hessen wird von Preußen annektiert und Teil der neuen preußischen Provinz Hessen-Nassau. Damit wird auch Betziesdorf "preußisch".

1867

Die Provinz Hessen-Nassau wird in die Regierungsbezirke Kassel (ehem. Kurfürstentum Hessen) und Wiesbaden (ehem. Herzogtum Nassau) untergliedert. Die Kreise Kirchhain und Marburg werden Teil des Regierungsbezirk Kassel. Betziesdorf gehört zum Regierungsbezirk Kassel der Provinz Hessen-Nassau im Staat Preußen. Für die Gerichts-barkeit ist ab 1867 das Amtsgericht Marburg zuständig.

1868

Die Großlandwirte Pausch und Ursprung aus Betziesdorf sind an der Ziegelhütte des Johannes Schäfer in Schönstadt beteiligt.

1870/71

Betziesdorfer Bürger kämpfen gegen Frankreich.

1875

Einführung der Mark. Für einen Taler gab es 3 Mark. Die Gemeinde Bürgeln hat beim Bauern Veit aus Betziesdorf 390 Mark Schulden.

1880

Gründung des Männergesangvereins "Sangeslust"

1882

Gründung der Feuerwehr Betziesdorf.

1885

Betziesdorf hat 398 Einwohner. Die Gemarkung umfasst 877 ha. Davon sind 406 ha Ackerland, 317 ha (Holz-)Wald und 93 ha Wiesen.

1889

Gründung des Bürgelner-Betziesdorfer-Dahrlehnskassenverein (Raiffeisenkasse).

1892

Bau der unmittelbar an der Hainmühle gelegenen Ohmbrücke.

1895

Betziesdorf hat 341 Einwohner

1900

Beginn der Neuaufteilung der Betziesdorfer Flur.

1902

Umbenennung des Männergesangvereins in MGV "Liederkranz 1880"

1903/1904

Endgültige Neuaufteilung und Umlegung der Betziesdorfer Flur.

1904

Fahnenweihe des Kriegervereins zu Betziesdorf.

1919

Gründung des Fußballvereins "Germania".

Nach mündlicher Überlieferung gibt es in Betziesdorf bereits einen Kindergarten.

1923

Für die Gefallenen des 1. Weltkrieges erfolgt am 16. September die feierliche Weihe und des Ehrenmals.

1925

Betziesdorf hat 456 Einwohner

1926

1926 erfolgt eine "…gründliche Innenrenovierung und Neugestaltung…" der Kirche in Betziesdorf. Am 19.05.1926 gründetet sich eine "Dreschmaschinengenossenschaft Bracht". Außerdem existieren im Umkreis von Betziesdorf noch 6 Dreschmaschinen und zwar 1 beim Sägewerk Funk in Bracht, 2 beim  Maschinenbetrieb Fischer in Reddehausen und 3 bei der Firma Lenz (Schreinerei?) in Cölbe.

1928

Am 01. August 1928 wird in der neu renovierten Kirche der erste Gottesdienst abgehalten. Teile des aufgelösten Gutsbezirks Fleckenbühl werden in die Gemarkung Betziesdorf ein-gemeindet.

1932

Die Kreise Kirchhain und Marburg werden zum  Kreis Marburg zusammengefasst.

1939

Betziesdorf hat 550 Einwohner

1942

Am 30. September 1942 findet anläßlich der Neugestaltung des 1923 errichteten Ehrenmals auf dem Kirchhof eine Feierstunde statt.

1944

Der Regierungsbezirk Kassel der preußischen Provinz Hessen-Nassau wird zum 1. Juli wieder in Provinz Kurhessen und der Regierungsbezirk Wiesbaden in Provinz Nassau umbenannt. Betziesdorf ist wieder "kurhessisch".

1945

Die Provinzen Kurhessen und Nassau werden am 19. September mit den rechtsrheinischen Teilen des Volksstaates Hessen (ehemals Hessen-Darmstadt) unter dem Namen "Groß-Hessen" vereinigt.

1946

Am 1.Dezember wird Großhessen in "Land Hessen" umbenannt und der erste Landtag gewählt.

1949

Hessen wird ein Land der Bundesrepublik Deutschland mit den Regierungsbezirken Wiesbaden, Kassel und Darmstadt. Betziesdorf gehört zum Regierungsbezirk Kassel und hat 779 Einwohner (davon 182 Flüchtlinge und 25 Evakuierte).

1950

Betziesdorf hat 765 Einwohner

1952

Gründung einer Jugend- und Volkstanzgruppe.

1957

In Betziesdorf gibt es eine Theatergruppe.

1958

In Betziesdorf gibt es 663 Einwohner. Im Herbst wird mit dem Umbau der Pfarrscheune zu einem neuen  modernen Kindergarten begonnen.

1961

In Betziesdorf gibt es 670 Einwohner von denen 613 evangelisch, 51 römisch-katholisch und 6 konfessionslos sind. 144 Einwohner arbeiten in der Land- und Forstwirtschaft, 126 im produzierenden Gewerbe, 44 in Handel und Verkehr und 30 im Dienstleistungsgewerbe und Sonstiges. Die Gemarkung umfasst 848 ha wovon 240 ha Wald sind.

1963

Gründung der Landjugendgruppe Betziesdorf und des Frauenchors.

1964

Gründung des Hundesportvereins.

1966

Betziesdorf hat 713 Einwohner. Beginn der Deutsch-französischen Partnerschaft zwischen den Gemeinden Betziesdorf und Plomelin Bretagne/Frankreich. In der Kirche werden eine elektrische Heizung und neue Beleuchtungskörper eingebaut.

1967

Die Landjugendgruppe Betziesdorf und der "Circle de la jeunesse" der französischen Gemeinde Plomelin/Bretagne schließen einen Freundschaftsvertrag.

1968

Nachdem Anfang 1968 auch die Orgel gründlich überholt worden war wird die Kirche in Betziesdorf am 24. März 1968 durch Pfarrer Bott nach ihrer Instandsetzung wieder eingeweiht. Der Hessische Regierungsbezirk Wiesbaden wird aufgelöst und sein Gebiet dem Regierungsbezirk Darmstadt zugeordnet. Betziesdorf bleibt beim Regierungsbezirk Kassel.

1970/71

Betziesdorf hat 714 Einwohner. Im Zuge der hessischen Gemeindereform wird die Gemeinde mit 11 weiteren Orten in die Stadt Kirchhain eingemeindet.

1973

In die Kirche wird ein elektrisches Läutewerk eingebaut.

1974

Am 22. September wird die Friedhofskapelle in Betziesdorf eingeweiht. Der alte Kinder-garten, auch Konfirmandenhäuschen genannt, wird in einer ”Nacht- und Nebelaktion wegen Baufälligkeit” abgerissen. Der in der Pfarrscheune eingerichtete neue Kindergarten wird einer gründlichen Innenrenovierung unterzogen. Die beiden Landkreise Marburg und Biedenkopf werden zusammen mit der kreisfreien Stadt Marburg an der Lahn zum neuen Landkreis Marburg-Biedenkopf vereinigt.

1976

Betziesdorf hat 747 Einwohner.

1977

Betziesdorf hat 750 Einwohner. Die Kirchenfenster werden erneuert.

1978

Betziesdorf hat 753 Einwohner.

1979

Betziesdorf hat 743 Einwohner. Im restlichen Teil der Pfarrscheune wird ein Gemeinde-raum mit Küche aus- bzw. angebaut.

1980

Betziesdorf hat 762 Einwohner. In der Kirche werden Malerarbeiten ausgeführt. Gründung der Folkloregruppe Betziesdorf.

1981

Im Herbst erfolgt der Umbau des Kindergartens. Im Zuge der Kreisreform wird die Struktur der staatlichen Mittelbehörden neu organisiert und der Regierungsbezirk Gießen mit dem Verwaltungssitz in Gießen neu errichtet.

1982

Das Kirchendach wird neu eingedeckt und die Kirchturmuhr überholt. Die Filiale Bürgeln wird auf Anordnung der Landeskirche vom Kirchspiel Betziesdorf abgetrennt. Der Kinder-garten feiert sein 25jähriges Jubiläum. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf wird aus dem Regierungsbezirk Kassel ausgegliedert und dem neugegründeten Regierungsbezirk Gießen zugeordnet. Betziesdorf untersteht somit dem Regierungspräsidenten in Gießen.

1985

Gründung des Kirchenchors und Vereinsgründung der Burschenschaft Betziesdorf.

1986

Die Filialgemeinde Schwarzenborn wird ebenfalls vom Kirchspiel Betziesdorf abgetrennt und Schönstadt zugeteilt.

1989

Die evangelische Kirchengemeinde feiert am 23. April das 200-jährige Bestehen der evangelischen Pfarrkirche. Gleichzeitig feiert der Kindergarten in der Pfarrscheune sein 30-jähriges Jubiläum.

1991

Aufnahme des Stadtteils Betziesdorf in das Dorferneuerungsprogramm und Gründung des Heimatvereins.

1992

Gründung der Theatergruppe im Heimatverein.

1993

Betziesdorf hat 826 Einwohner.

1994

Am 06. Februar werden die neu renovierten Räume des seit 1993 zum zweigruppig ausge-bauten Kindergartens eingeweiht.

2000

Betziesdorf hat 817 Einwohner. Davon 793 mit Hauptwohnsitz.

2002

Die Freiwillige Feuerwehr Betziesdorf feierte ihr 120-jähriges Bestehen.

2003

Betziesdorf hat 813 Einwohner. Davon 793 mit Hauptwohnsitz. Die während der Dorfer-neuerung größtenteils in Eigenleistung erbaute Grillhütte wird am 12. Juli eingeweiht.

2004

Abschlußveranstaltung zur Dorferneuerung am 13. Februar. Mit einer Festwoche vom 05. bis 14 Juni feiert das Dorf seine Ersterwähnung vor 750 Jahren.

 

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Hist. Ortslexikon

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